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Im Zeichen der Wende
Die Wende brachte nicht nur politischen Wandel, sondern forderte auch junge Künstlertalente aus dem Osten zutage.Im Zusammenhang mit der friedlichen Revolution in der DDR, der Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989 und der knapp ein Jahr später erfolgten "deutschen Wiedervereinigung" macht eine junge Generation ostdeutscher Künstlerinnen und Künstler von sich reden, deren Arbeiten sich insbesondere durch eine unkonventionelle, teils radikale Ästhetik auszeichnen. Detlef Beck, Anke Feuchtenberger, Holger Fickelscherer und Henning Wagenbreth gründen 1989 in Berlin die Gruppe 'PGH Glühende Zukunft' und gestalten Plakate, Flugblätter, Comics und Illustrationen, die sich deutlich vom gleichzeitigen Schaffen junger westdeutscher Kolleginnen und Kollegen unterscheiden. Wichtige Anregungen für ihre durchaus freche Kunstproduktion verdanken sie dem Lehrer Volker Pfüller, dessen Vorbild auch im Werk von anderen Kunstlern wie ATAK (Georg Barber), einem der Mitbegründer der Berliner Underground-Comiczeitschrift 'Renate', seine Spuren hinterlassen hat. In den Jahren nach der Wende bringt die ostdeutsche Illustratorenszene immer wieder neue junge Talente hervor, wie Nadia Budde, Kat Menschik oder Thomas M. Müller. Heute lehren viele dieser zunächst als Comic- und Illustratoren-Avantgarde geschätzten Künstlerinnen und Künstler selbst an bedeutenden Hochschulen in Berlin, Hamburg oder Leipzig.- Shop: buecher
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Zwischen Glas und Clarendon
»Clarendon« heißt eine Schrift, die ein Brite vor langer Zeit kreiert hat. Sie ist zeitlos, also klassisch. Und wurde darum in der DDR gelehrt. Beispielsweise den angehenden Schrift- und Grafikmalern. Die einzige Ausbildungsstätte für diesen Beruf befand sich in Wandlitz. Die Schule gibt es nicht mehr, die Profession ist ausgestorben. Wer malt heutzutage noch Plakate und Schriftzüge mit der Hand? Das erledigt der Computer, der kennt zehntausende Schriften.Maik Heller hat in den siebziger Jahren diesen Beruf von der Pike auf gelernt. Er arbeitete in einer PGH und wechselte dann zur NVA, wo er als Berufsunteroffizier diese Tätigkeit ausübte.Er erinnert sich minutiös der Ausbildung an der Schule der DEWAG in Wandlitz und fängt damit sehr lebendig den Alltag in der DDR ein. Die präzise Schilderung der Lehre und der Lehrer, die Bahnfahrten von Berlin nach Suhl, die Freizeit und deren Gestaltung, dann die Prüfungen und schließlich die Aufgaben in der Sichtwerbung: All das wird so klar und genau beschrieben, wie Maik Heller seine Buchstaben und Plakate zeichnete. Auf diese Weise schuf er ein sehr anschauliches Panorama des DDR-Daseins. Als zertifizierter Meister ging er 1990 in die »freie Wirtschaft«. Dort teilte er bald die Erfahrung vieler anderer Ostdeutscher, die »der Markt« nicht brauchte.- Shop: buecher
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